Startseite  |   Kontakt  |   Impressum
Zurück zur Übersicht


Erschienen: November 2011 | Magazin Holzbau und Ausbau

Thermoholz als Terrassenbelag



Durch die Thermobehandlung werden heimische Hölzer mit Wärme und Wasser behandelt, so dass diese dauerhaft und formstabil werden und damit gleichermaßen für Außen- und Innenbereiche geeignet sind. Die Produkteigenschaften sowie die Ökobilanz sind dabei sehr interessant.

Durch die Thermobehandlung (ca. 200 Grad) können die heimischen Hölzer die Resistenzklasse 1 nach DIN-EN 350 erzielen. Durch das Karamellisieren der Zucker wird Pilzen und Insekten die Nahrungsgrundlage entzogen und somit die Haltbarkeit und Formstabilität des heimischen Holzes gesteigert. Die Energie für die Thermobehandlung wird dabei bei einigen Verfahren dem Holz selbst bezogen (Masseabbau).

Dabei wird auch erhofft, daß durch diesen Prozess nur noch eine geringe Wassereinlagerung möglich ist. Somit also auch der Quellprozess vernachlässigt werden kann. Tatsächlich ist eine deutliche Verringerung dieser Eigenschaft möglich. Jedoch i.d.R. nur eine Halbierung der Holzeigenschaft des Ausgangsproduktes. Bei Thermoholz handelt es sich meist um Laubhölzer mit weit höherem natürlichen Schwund und Quellverhalten als bei Nadelhölzern. Hinzu kommt, dass produktionsbedingt eine extrem trockene Ware ausgeliefert wird, die auch nach der Feuchte-Konditionierung auf ca. 6% noch weit unter der Ausgleichsfeuchte der üblichen Einbausituation (bewitterter Aussenbereich ca. 15%) liegt.

Das Quellmaß kann daher – je nach Einschnitt - bei 130mm-Brettern bis zu 7mm betragen und daher nicht nur das Fugenbild erheblich beeinträchtigen sondern auch den Wasserablauf verhindern. Die Hersteller verweisen daher auf eine ausreichenden Fugenabstand der Bretter.

Um störende Fugenänderungen bei kritischen Belagsausbildungen zu vermeiden, ist aus diesem Grunde entweder auf einen entsprechenden Einschnitt als Riftbrett zu achten (? beste Qualität, Quellmaß nochmal halbiert) und/oder eine Konditionierung mit Abstimmung der Hersteller selbst vorzunehmen. Weiter weisen wir in diesem Zusammenhang auch auf die Fachregel „Terrassen und Balkone“ von Holzbau Deutschland hin.


Erschienen: November 2011
Holzbau und Ausbau | Info-Magazin | 5755 E
Verband des Zimmerer- und Holzbaugewerbes Baden-Württemberg



Zurück zur Übersicht